Ding-dong. Sei gegrüßt, junger Nachfolger. Glückwunsch, dass du die zweite Hälfte des Hinweises gefunden hast. Andererseits hast du diesen hier vielleicht auch zuerst gefunden, aber ich mache ungern alles unnötig kompliziert. Also gehe ich einfach davon aus, dass du bereits alles weißt, was auf der Tartarion passiert ist. Ein gut gemeinter Rat: Wenn du Ärger lieber aus dem Weg gehen willst, kannst du diese Notiz gerne zerreißen oder verbrennen, wenn das eher dein Ding ist. Aber wenn es dir um Gerechtigkeit geht, dann ist mein Kampf wahrscheinlich schon verloren, wenn dir das in die Hände fällt. Ich hoffe, du bist bereit, dort weiterzumachen, wo ich aufgehört habe, bis zu dem Tag, an dem das Sonnenlicht wirklich jeden noch so entlegenen Winkel von Astropolis erreichen kann.
Ich muss herausfinden, wer dieses Experiment geleitet hat, also die Person, die die Besatzung der Tartarion als entbehrliche Versuchsobjekte benutzt hat.
Sowohl die Abteilung für Talentmotivation als auch die Technologie-Abteilung sind Hauptverdächtige. Ihre Motive sind fast schon zu offensichtlich, und genau das macht mich stutzig. Wenn man bedenkt, wie diese beiden Abteilungen für gewöhnlich vorgehen, könnten sie problemlos auf weitaus umstrittenere, drastischere Methoden zurückgreifen, um ihren Willen durchzusetzen. Es sei denn ... Jemand anderes zieht bei diesem Experiment die Fäden.
Jahrelanges Leben in Astropolis hat meine Instinkte geschärft, und der erste Name, der mir in den Sinn kam, war dieser durch und durch verdorbene Oswaldo. Sicher, das Kriegsschiff war unter der Abteilung für Marketingentwicklung registriert, aber ich wusste, wie er vorgeht, das Leben seiner eigenen Mitarbeiter bedeutete ihm absolut nichts. Aber reine Verschwörungstheorien würden den Fall nicht lösen. Ein wenig Glück half jedoch definitiv. Tief vergraben in den Bergen öffentlich offengelegter Finanzberichte aus allen Abteilungen fand ich eine Summe, die exakt den mysteriösen Geldern entsprach, welche die Tartarion erhalten hatte – fein säuberlich getarnt unter der netten kleinen Bezeichnung „Sozialleistungen“.
Aber ... warum er? Ich verstehe das nicht. Vielleicht finde ich die Antworten, die ich suche, erst, wenn wir uns persönlich gegenüberstehen. Aber der Moment, in dem ich die Wahrheit erfahre, wird wahrscheinlich auch der Moment sein, in dem ich sterbe.
Ich weiß noch, wie ich als Kind zum allerersten Mal den Wuscheldetektiv auf dem Bildschirm erscheinen sah. Der Schurke wurde besiegt, die Gerechtigkeit war siegreich, und ich konnte nur daran denken, wie unglaublich cool diese imposante Gestalt aussah. Aber als ich älter wurde und zum Zeigerturm hinaufsah, konnte ich durch die glitzernde Oberfläche nicht erkennen, welche Hässlichkeit sich dahinter verbarg. Da traf es mich wie ein Schlag: Die Ideale des Wuscheldetektivs waren so zerbrechlich, so absolut vergänglich. Also werde ich ihn finden, um den Toten Gerechtigkeit zu verschaffen.
Detektivkodex, Regel 5: Fürchte dich nicht vor dem Bösen. Das Böse sollte sich vor dir fürchten.
P. S. Nachdem ich dir jetzt alles erzählt habe, brennst du bestimmt darauf zu erfahren, wer der wahre Drahtzieher hinter all dem ist. Erinnerst du dich an das interaktive Spiel aus „Wuschel-Abenteuercrew“? Lege zwei Seiten übereinander und die verborgene Antwort wird sich offenbaren. Dies ist deine letzte Warnung: Sobald du diesen Namen siehst, gibt es kein Zurück mehr.
Kleine Randnotiz: Die Xianzhou-Küche dort ist absolut fantastisch. Ich empfehle dir, einen Freund mitzubringen.