Arbeitstagebuch der Reporter-Praktikantin Frau Carmella. Es dokumentiert ihr nervenaufreibendes und aufregendes Leben als Arbeitstier.
Ein Tag im Zeigerturm
9:00 Uhr Kameraarbeit für „Mythen von Metropolis“ Ich kam heute Morgen gerade an meinem Schreibtisch an, als Herr Owlbert mir sagte, dass bei „Mythen von Metropolis“ ein Kameramann fehle und ich einspringen müsse. Ehrlich gesagt machte es mich ein wenig nervös, eine andere Kamera anzufassen. Ich habe völlig vergessen, wie man dieses alte Modell bedient, geschweige denn seine spezifischen Einstellungen ... Zum Glück hatte der reguläre Kameramann beim letzten Mal vor Drehschluss schon alles eingestellt, und Nachrichtensendungen erfordern nicht wirklich eine aufwendige Kameraarbeit. Sobald sie also eingeschaltet war, musste ich mich nur noch dahinterstellen. Es ist nur so ... Als der Moderator mit der Aufnahme fertig war, drehte er sich um und fragte: „Warum sind heute zwei Kameras aufgebaut?“
10:40 Uhr Vor-Ort-Bericht: Online-Trends Seit die Flüchtlinge aus Planarcadia in Astropolis eintreffen, beherrscht das Thema das Internet. Ich hatte online eine Menge unfreundlicher Kommentare gesehen, bevor ich losgezogen bin. Aber als ich die Leute persönlich interviewt habe, waren tatsächlich alle überraschend herzlich, hießen die Flüchtlinge willkommen und waren bereit, mit anzupacken ... Ich schätze, wenn die Kameras laufen, setzen die meisten Leute einfach eine Maske auf.
12:30 Uhr Teambuilding-Mittagessen des Außendienst-Teams Habe heute mit den Kollegen vom Außendienst-Team zu Mittag gegessen. Anscheinend haben sie ein exklusives Budget angezapft, das nur Vollzeitmitarbeitern zusteht. Der einzige Haken? Ich bin nicht mit dem Geschmacksmodul für Vollzeitmitarbeiter ausgestattet, also konnte ich nicht wirklich sagen, was daran so besonders war ...
14:30 Uhr Ausarbeitung der Werbekampagne für „Ätheriumkrieg“ Uff, in letzter Zeit war alles so hektisch, dass ich die neuen Promo-Arbeiten für Äthergeister, die ich für Ätheriumkrieg übernommen habe, völlig vergessen habe ... So etwas habe ich noch nie übernommen, daher war es ein ziemliches Durcheinander. Zum Glück waren meine Kollegen absolut fantastisch. Nach einer intensiven Stunde des Hin und Her haben wir die Werbekampagne endlich unter Dach und Fach gebracht. Der Vertreter des Herausgebers schien jedoch nicht allzu begeistert von meiner Leistung zu sein. Die IFK hat mir etwas so Wichtiges anvertraut, weil sie an mich geglaubt hat ... und doch habe ich ... Wie drücke ich das am besten aus? ... Ich bin irgendwie enttäuscht von mir selbst. Aber keine Zeit zum Trübsalblasen, Carmella! Der Tag ist noch nicht vorbei!
16:00 Uhr Aufzeichnung von „Alles über Star Rail“ Ich habe Herrn Owlbert geholfen, die neueste Folge von „Alles über Star Rail“ abzudrehen. Er ist ein echter Profi: scharfsinnig, charmant und absolut fesselnd vor der Kamera. Selbst wenn man nur abseits saß, konnte man spüren, wie seine Energie und sein Charisma auf das gesamte Set ausstrahlten. Da denkt man sich wirklich: Manche Menschen sind einfach für das Rampenlicht geboren! Ich habe durch die Zusammenarbeit mit Herrn Owlbert wirklich sehr viel gelernt. Oh, und er hat sogar einige Beziehungen spielen lassen, um mir ein „Nachwuchsreporter“-Namenskärtchen zu besorgen. Ich bin ein Leben lang der größte Fan von Herrn Owlbert!
18:00 Uhr Ausrüstungsabholung für morgen Laut Zeitplan bin ich morgen wieder im Außeneinsatz. Nicht, dass ich etwas gegen Außeneinsätze hätte, aber das Produktionsteam möchte, dass ich ein paar Ausrüstungsgegenstände ausleihe. Da ich neu hier bin, kenne ich mich noch nicht wirklich aus. Hmm ... Ich bin ewig im Zeigerturm umhergeirrt und konnte den Verantwortlichen nicht ausfindig machen. Das Personal im Ausrüstungsraum hat mich einfach immer wieder weggeschickt. Ich schätze, ich muss weitersuchen.
19:30 Uhr Nachtrag zur Ausrüstungsabholung Anknüpfend an meinen letzten Tagebucheintrag: Es stellte sich heraus, dass sich niemand die Mühe gemacht hatte, mir zu sagen, dass der für die Ausrüstungsabholung zuständige Mitarbeiter bereits vor zwei Stunden Feierabend gemacht hatte. Und natürlich wurde der Aufzug gewartet, also musste ich den Zeigerturm zu Fuß rauf- und runterlaufen ... Anscheinend geht dieser ältere Mitarbeiter nächsten Monat in den Ruhestand, weshalb seine Arbeitszeiten in letzter Zeit ziemlich flexibel waren. Warum stellen sie dann nicht einfach noch einen Praktikanten einstellen ...? Warte, vergiss es. Was, wenn der Neue sich als viel zu kompetent herausstellt und mir die Chance auf eine Vollzeitstelle stiehlt?
23:21 Uhr Recherchenotizen für „Alles über Star Rail“ Das Regieteam meinte, es sei an der Zeit, mit den Vorbereitungen für die nächste Folge von „Alles über Star Rail“ zu beginnen, also haben sie mich gebeten, ein paar Hintergrundinfos zu den Gästen zusammenzustellen. Aber ... ich weiß noch nicht einmal, wer die Gäste sind! Ugh ... um diese Uhrzeit hätte ich ein schlechtes Gewissen, meine Kollegen zu stören. Ich schätze, ich gehe einfach von der üblichen Stimmung der Show aus und versuche mir zusammenzureimen, wie die nächste Folge aussehen könnte ...
02:34 Uhr To-do-Katalog organisieren Nicht gut, gar nicht gut. Ohne zu wissen, wer die Gäste sind, ist es unmöglich, überhaupt damit anzufangen! Es bleibt mir nichts anderes übrig. Die Nacht ist schon weit fortgeschritten, und wenn ich mich jetzt nicht ausruhe, muss mein Verarbeitungszentrum seine Taktfrequenz drosseln. Beim nächsten Mal sollte ich besser mit den anderen Mitarbeitern kommunizieren, bevor ich die Arbeit vorantreibe. Oh, Carmella ... du hast heute so viele Fehler gemacht. Ab morgen musst du echt einen Gang hochschalten. Du musst dir diese Festanstellung lieber früher als später sichern!