Eine Sammlung bestienhafter Detektivgeschichten (VIII)Herr Ashveils seltsames Leiden bricht von Zeit zu Zeit heftig aus.
Er sorgt dafür, dass sich niemand dem Ort des Geschehens nähert, bevor wir das heftige Rütteln des Kühlschranks hören, gefolgt von Reiß- und Nagegeräuschen, gedämpftem Heulen und unheimlichen Schatten, die auf die Jalousien geworfen werden.
Sobald es vorüber ist, kriecht er erschöpft und ausgelaugt aus dem Kühlschrank, wischt das zu Frost gefrorene Blut und den Schweiß weg und verstärkt sorgfältig die Nägel an seinen Handgelenken.
Daher scherzt er oft:
„Wenn ich in einem Detektivroman wäre, würde man mich bestimmt als Täter verdächtigen.“
Es gibt tatsächlich viele verdächtige Anzeichen, die darauf hindeuten.
Erstens ist Herr Ashveil meinen unvollständigen Statistiken zufolge unzählige Male umgezogen. Zweitens geht er alten Freunden, die nach ihm suchen, stets aus dem Weg.
Als sein Assistent fühle ich mich jedoch verpflichtet, die Wahrheit für alle Leser klarzustellen.
Herr Ashveil ist eine sentimentale Seele, die Andenken aus vergangenen Zeiten in ihrem alten Gepäck hütet.
Eine blutbefleckte Kugel, an der selbst nach zehn Bernsteinzeitaltern noch Blut klebt, das in karmesinrotem Feuer lodert.
Ein verrosteter Pfeil, entzwei gebrochen und doch noch zitternd, als sehne er sich danach, zu einem fernen Ziel zu fliegen.
...
Und eine trübe Erinnerungsblase, von der man sagt, sie stamme von jenem uralten Schlachtfeld, auf dem ein Verwüsterfürst fiel.
In dem Moment, in dem ich die Erinnerungsblase berührte, fühlte es sich an, als hätte ich einen ähnlichen Traum durchlebt ...
Das tosende Brüllen der Leeren-Ranger, das schwache Flüstern der Kameraden, die bis auf die Knochen froren, und die kalte Angst, die ihm die Kehle zuschnürte.
„Bleibt fokussiert. Behaltet das Ziel im Auge.“ Eine vertraute Gestalt schluckte Blut, während sie ihren Kameraden den Rücken zuwandte.
Unzählige Meteoriten stürmten aus allen Richtungen heran, nur um wie Motten von der Flamme der Zerstörung verschlungen zu werden.
„Werden wir siegen?“
„Haben all diese Opfer überhaupt einen Sinn ...“
Eine Verzweiflung, die furchterregender war als die Dunkelheit, die sie umgab, machte sich in den Köpfen breit.
In jener grausamen Nacht wurde der Mann von seinem eigenen Eid durchbohrt.
„Wenn wir das Licht nicht finden können, dann lasst uns die Dunkelheit mit einer noch tieferen Finsternis verschlingen.“
Schatten breiteten sich von seinen Armen aus, verwandelten sich in pechschwarze Sünde und ertränkten das Schlachtfeld, ihn selbst und all seine Kameraden gleichermaßen. Und von diesem Moment an wurde es zu einem Fluch, der wie eine eiternde Wunde an ihm haftete.
Um ehrlich zu sein, war Herr Ashveil kein Verbrecher, sondern ein Patient. Und seine Leiden gingen weit über Arthritis und Gelenkschmerzen hinaus.
Doch er hatte sich bereits sein eigenes Rezept ausgestellt:
„Detektivregel Nr. 3: Die Opfer, die in der langen Nacht gebracht werden, sind der Preis für das Morgen.“