Verfügbar auf Figurenstufe 80
Immer und immer wieder analysierte und untersuchte sie die „Impulse“, die in ihr aufstiegen –
Die unbändigen Emotionen, die genau im Moment der Schöpfung gelenkt und auf die Leinwand gebracht wurden, schienen Wut, Beistand und Trauer miteinander zu verweben. Doch all dies entsprang dem entschlossensten Willen der Bewahrung.
Sie hatte Zehntausende von Systemstunden mit Nachahmungen verbracht, alles, um dieser hauchdünnen Abweichung vom „wahren Werk“ näherzukommen.
„Vielleicht ... liegt es in diesem flüchtigen Moment der eigenwilligen Pinselstriche verborgen.“
Die Inspiration half ihr, ihren Engpass zu überwinden, und eröffnete ihr eine Welt neuer Möglichkeiten.
Planarcadia in Bernstein zu versiegeln, war nur eine Notlösung. Sie musste den Feind angreifen und die Schlacht gewinnen, um Arcadia zu verteidigen.
Ein Pinselstrich, gezogen mit dem Strom des Schicksals.
Da sie das Verlangen der IFK nach der Hülle kannte, lüftete sie den Schleier über einer Verschwörung, die das Institut für Biowissenschaften vor langer Zeit begraben hatte.
Eine gefährliche, faszinierende Farbe.
Kuchiba ... Diese Frau mysteriöser Herkunft war bereit, ihre eigenen Regeln zu beugen und das Risiko einzugehen.
Kühne, grenzüberschreitende Striche eines Malmessers.
Auf niemandes Befehl außer ihrem eigenen handelnd, fasste sie den Entschluss, jegliche Chance auf eine Wiederholung der Katastrophe der Gier auszulöschen, noch bevor sie überhaupt entstehen konnte ...
War es überhaupt möglich?
Während der unzähligen Tage und Nächte, die sie mit dem Entwerfen des Bauplans verbrachte, musste sie in eine Flüssigkeitskühleinheit eintauchen, nur um eine Überlastung ihrer Verarbeitungsschaltkreise zu verhindern.
Sie ging in Gedanken jedes Detail des Plans durch, jede Möglichkeit des Scheiterns. Die unendlichen Möglichkeiten schnürten ihr die Luft ab und brachten Angst und den Drang zum Rückzug mit sich.
War es das wert?
Sie ging durch die Zuflucht, sah Kinder auf sich zulaufen und hörte, wie die Bewohner ihr dankten.
„Madame Pearl, sieh dir die Zeichnung an, die ich für dich gemacht habe!“
Sie lächelte.
Auf der unbeholfenen Skizze hatten die Kinder sie als riesigen Mechatron gezeichnet, der mit weit ausgebreiteten Armen zwischen der Stadt und der monströsen Bestie stand, die gekommen war, um sie zu zerstören.
Die ursprüngliche Frage, die ihr vom Himmlischen Differenziator zuteilwurde, hallte noch immer in jedem Moment durch ihre fundamentale Logik:
Was ist „Kunst“?
Auch jetzt wusste sie die Antwort noch nicht.
Aber in diesem Moment fragte sie sich: Spielte das überhaupt eine Rolle?
Ein Sandkorn, Schicht um Schicht umhüllt, bis es sich in eine Perle verwandelt.
„Meine ‚Kunst‘ ist etwas, für das es nur mich – und mich allein – braucht, um es zu ‚erschaffen‘.“
Bevor das Omnic-Mädchen seine Reise antrat, warf es einen letzten Blick zurück auf den lebendigen Bildteppich von Ahatopia.
– Unzählige, noch ungeformte Zukünfte warteten auf ihren ersten Pinselstrich.